Themen

2019 haben wir mit den Berlin besonders betreffenden Themen eines „Stadtmanagements im 21. Jahrhundert“ und „Wissenschaft und Forschung in und für Berlin“ begonnen. Der Wunsch nach einem besseren und effektiveren Stadtmanagement ist in Berlin allgegenwärtig. Viele Vorschläge liegen auf dem Tisch. Es fehlt ein konsistentes, in die Zukunft hinein tragfähiges Konzept der Aufgaben, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten unter Einbeziehung von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft. Ein Konzept mit hohem Anspruch, verbunden mit einer mittel- und langfristigen Umsetzungsstrategie.

Die Berliner Wissenschaftslandschaft ist breit, vielfältig und exzellent. Neben internationaler Spitzenforschung und guter Lehre sollen aber vor allem auch neue Koalitionen und Mischungen von Expertenwissen und Bürgerwissen entstehen. Ein neuer Dialog von Wissenschaft und Stadt gelingt, wenn es von Seiten der Wissenschaft wie der Stadtgesellschaft und der Politik gemeinsam aktiv und intensiv betrieben wird.

Die Auswahl der weiteren Themen wie auch die Form ihrer Bearbeitung soll zukünftig beim Berlin-Forum selbst liegen. Aufgabe für uns Initiator*innen wird die fachliche und gesellschaftliche Vorbereitung der jeweiligen Themenarbeit sein.

Ein „Stadtmanagement für das 21. Jhdt.“ macht deutlich, dass wir die Absicht verfolgen, Ansätze für die Organisiertheit einer Stadt ins Gespräch zu bringen, die den zukünftigen Herausforderungen und Potentialen von Städten gerecht werden. Das muss mehr sein als Organisationsvorschläge für die Verwaltung. Eine Organisiertheit, die sich an Aufgaben und nicht an Zuständigkeiten und an der gemeinsamen Verantwortungsübernahme aller, die zur Lösung beitragen können in der Stadtgesellschaft, orientiert. Idee ist eine gemeinsame Entscheidungsvorbereitung zwischen Bürger*innen, Betroffenen, Expert*innen, Politik und Verwaltung. Das Vorrecht der Entscheidung bleibt bei den gewählten demokratischen Vertreter*innen.

Konkrete Anforderungen an ein modernes Stadtmanagement sollen mit einer Sachbereich-bezogenen Diskussion begonnen werden. Folgende Grundanforderungen, deren Auflistung sich auch verlängern ließe, sollten aber jeweils erfüllt sein:

  • Effiziente und bürgernahe Umsetzung politischer Entscheidungen
  • Analyse der Mitverantwortungs- und Mitwirkungsbeiträge aus der Bevölkerung
  • Ermöglichung der erforderlichen Mitwirkung der Bürger*innen auf allen Ebenen, Nutzung digitaler Ressourcen zur Effizienz- und Rationalitätssteigerung
  • Wahrnehmung von Verantwortung durch die Entscheidungsträger
  • Schaffung von Transparenz

Um eine solche Organisiertheit zu erproben haben die Arbeitsgruppen Öffentlicher Raum und Schule eine Struktur zur Entscheidungsvorbereitung für Politik und Zivilgesellschaft erarbeitet. Ihre Wirksamkeit soll konkret an der Umgebung des neuen Humboldt-Forums, der künftigen Verwendung von ungenutzten Friedhöfen und beim Zusammenwirken von Kita und Schule mit ihrem Umfeld getestet werden.

Die Berliner Wissenschaftslandschaft schafft über den unmittelbaren Einfluss auf den Arbeitsmarkt wie das soziale Leben der Metropole hinaus neue Formen von nachhaltigem „Stadtwissen“. Denn in der vielgestaltigen Stadtlandschaft Berlins bilden sich zwangsläufig fast sämtliche Fragen, Probleme und Chancen ab, mit denen sich gesellschaftliche Gegenwarts- und Zukunftsforschung insgesamt und global beschäftigen muss.

Diese besondere Konstellation aus metropolitaner Stadtlandschaft und exzellenter Wissenschaftslandschaft bietet daher alle Voraussetzungen dafür, dass Berlin sich in der Tat zu einem in Deutschland einmaligen „Wissens-Labor“  entwickeln kann, in dem neben internationaler Spitzenforschung und guter Lehre vor allem auch neue Koalitionen und Mischungen von Expert*innenwissen und Bürger*innenwissen entstehen. Vor allem dann, wenn dieses Projekt von Seiten der Wissenschaft wie der Stadtgesellschaft und der Politik gemeinsam aktiv und intensiv betrieben wird.

Das Berlin-Forum lädt daher die Berliner Universitäten, Fachhochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen dazu ein, sich noch stärker als bisher in den sozialen Räumen, den urbanen Infrastrukturen und den politischen Themen der Stadtgesellschaft zu engagieren, um hier in Berlin einen neuen Dialog von Wissenschaft und Stadt zu eröffnen.

Berlin ist die Stadt der Bürger*innen und eine Stadt für die Bürger*innen. Eine Stadt „durch“ ihre Bürger*innen. Die Mitverantwortung der Bürger*innen ist der beste Garant für die Qualität der städtischen Atmosphäre, der gebauten Stadt, des öffentlichen Raums und daraus folgend der Stimmung in der Stadt. Das gemeinsame Ringen (nicht die Durchsetzung von Einzelinteressen) um die bestmöglichen Antworten, getragen von eigenen Überzeugungen, aber auch der Respektierung anderer.

Berlin – Eine Stadtgesellschaft, die sich selbst aufstellt. Bürgerschaftliche Aktionen und Organisationen halten Berlins Stadtgesellschaft an einem Leben, in dem nicht nur die gehört werden und Beachtung finden, die sich ohnehin zu Wort melden. Eine Stadt, die es versteht, die Erfahrungen und Potenziale ihrer Bürger*innen auch für die Gemeinwohlziele zu nutzen. Eine Stadt, in der sich Politik und Verwaltung gegenüber diesem bürgerschaftlichen Potenzial öffnen. Eine Stadt, in der es eine gemeinsame Anstrengung zwischen den Bürger*innen und den politisch Verantwortlichen gibt.

Berlin – eine Stadt der Mitverantwortung der Bürger*innen. Dafür muss das Management der Stadt Ansatzpunkte entwickeln und sichern, damit Mitverantwortung der Bürger*innen in eine klar definierten Form bei der Vorbereitung der Entscheidungen ihren Platz hat.